Foto: REG Petruschke-Juhre | zur StartseiteMarina Wolfsbruch I Foto: C. Seefeld | zur StartseiteHafendorf | Foto: Fotostudio-Nord | zur StartseiteFoto: C. Seefeld | zur StartseiteSchlosskater Sheldon | Foto: C. Seefeld | zur StartseiteFoto: C. Seefeld | zur StartseiteBläserklasse Flecken Zechlin | Foto: A. Gowin | zur StartseiteRathaus, Königstr. 1a | Foto: Florian Kleinfenn | zur StartseiteGroßer Zechliner See I Foto: C. Seefeld | zur StartseiteFoto: C. Seefeld | zur StartseiteRathaus, Königstr. 1a | Foto: Florian Kleinfenn | zur Startseite
Link zur Seite versenden   Druckansicht öffnen
 

Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg

Logo NaturSchutzFonds (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Logo NaturSchutzFonds

Potsdam – Auf seiner Frühjahrssitzung in Fürstenwalde (Spree) hat der Stiftungsrat des NaturSchutzFonds Brandenburg Investitionen in den Natur- und Artenschutz im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Höhe von 367.000 Euro beschlossen. Die Stadt Rheinsberg erhält die Fördermittel, um den Mühlbach Kagar und zwei benachbarte Kleingewässer zu revitalisieren.

 

Bei Wallitz, einem Ortsteil der Stadt Rheinsberg im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, unterbrechen aktuell defekte Staubauwerke die Durchgängigkeit des Mühlbachs Kagar, was Wasserlebewesen an ihrer Wanderung hindert. Ein angrenzender Teich hat einen Großteil seines Wassers verloren und ist verschlammt. Ein zweites Kleingewässer in unmittelbarer Nähe ist über die Jahre verlandet. Mit Fördermitteln der Stiftung NaturSchutzFonds kann die Stadt Rheinsberg jetzt den Oberlauf des Mühlbachs renaturieren und die zwei angrenzenden Kleingewässer sanieren.

 

Frank-Rudi Schwochow, Bürgermeister der Stadt Rheinsberg: „Durch die Fördermittel des Naturschutzfonds können wir den Gewässern eine Vitalkur verabreichen. Wir stellen die ökologischen Funktionen dieser Lebensräume wieder her und auch die Anwohner können sich über die Ergebnisse freuen. Die Gewässer sind ein beliebtes Ziel für Spaziergänge am Dorfrand. Unser Dank gilt auch der Verwaltung des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land, mit der wir das Projekt gemeinsam geplant haben“.

 

Die Stadt Rheinsberg entfernt die defekten Staubauwerke aus dem Mühlbach und baut Materialien am Gewässerrand ein. Diese Engstellen fördern eine natürliche Gewässer­dynamik mit Abschnitten, in denen das Wasser schnell und dann wieder langsamer fließt. Davon profitieren auch die Wasserlebewesen, für die neue Lebensräume im Bach entstehen.

 

Zusätzlich wird die Gewässersohle erhöht. Dazu lässt die Stadt auf einer Länge von etwa 50 Metern Pfähle in den Bachgrund einbringen. Das strömende Wasser landet an diesen Hindernissen Sand und Kies auf.

 

Die beiden an den Bach angrenzenden Kleingewässer werden entschlammt. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Teich gelegt. Hier wird ein Damm nagetiersicher stabilisiert und ein neuer Ablauf mit einer Überlaufschwelle gebaut. Außerdem sollen Uferbereiche abgeflacht werden. Diese besonnten Flachwasserbereiche bieten Amphibien neuen Lebensraum sowie Möglichkeiten zum Ablaichen. In anderen Kleingewässern ganz in der Nähe leben Kammmolche und Moorfrösche. Diese gefährdeten und europaweit geschützten Arten könnten dann auch bei Wallitz heimisch werden. Schon jetzt kann man hier das Rufen von Teich- und anderen Grünfröschen hören.

 

Im Zuge der Arbeiten werden zudem alte Betonelemente entfernt und den Kleingewässern auf diese Weise ein natürlicher Anblick zurückgegeben.

Bürgermeister Schwochow freut sich auf die Fertigstellung der Arbeiten: „Unser Projekt schlägt drei Fliegen mit einer Klappe. Wir werten damit Lebensräume auf, kümmern uns um den Wasserhaushalt und schaffen ein angenehm kühles Klima für Menschen, die hier spazieren gehen.“


Stiftungsrat stellt Millionen Euro für zehn Naturschutzprojekte bereit

Auf seiner Frühjahrssitzung im Mai in Fürstenwalde (Spree) hatte der Stiftungsrat des NaturSchutzFonds insgesamt rund 4,7 Millionen Euro für zehn große Natur- und Artenschutzprojekte in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Uckermark und Havelland beschlossen. Drei Kommunen, zwei Naturschutzvereinigungen, eine Privatperson, ein Landwirtschaftsbetrieb, ein Jagdverband und die Stiftung selbst können nun Hecken und Gehölze in der Agrarlandschaft pflanzen oder Gewässer revitalisieren. Außerdem kann der Landschaftspflegeverband Uckermark-Schorfheide ein EU-LIFE-Projekt beginnen, um den in Brandenburg ausgestorbenen Seggenrohrsänger wieder anzusiedeln.

 

Die auf der Frühjahrssitzung freigegebenen Finanzierungmittel der Landesstiftung stammen aus den Ersatzzahlungen. Diese Zahlungen werden von den Verursachern von Eingriffen wie etwa der Versiegelung von Böden oder dem Bau von Windenergieanlagen geleistet, wenn die entstehenden Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft nicht vermieden oder durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen direkt wieder kompensiert werden können. Die Stiftung verwaltet die Gelder für das Land Brandenburg und sorgt durch ihre Arbeit dafür, dass die Mittel wieder in den Landkreisen und Naturräumen eingesetzt werden, in denen die Eingriffe verursacht wurden.

 

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg

Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg.

 

Im vergangenen Jahr 2023 hatte die Landesstiftung rund 14,8 Millionen Euro für den Natur- und Artenschutz im Land bereitgestellt - so viel wie noch nie zuvor in einem Jahr. Seit ihrem Bestehens 1995 hat die Stiftung insgesamt mehr als 95 Millionen Euro für mehr als 1.200 Naturschutzprojekte eingesetzt. Hinzu kamen rund 108 Millionen Euro, die sie gemeinsam mit ihren Partnern als Drittmittel für das Land sichern konnte. Insgesamt wurden so über 203 Millionen Euro in den Schutz und die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Brandenburg investiert.

 

Bilder A. Franz und J. Leidholdt

 

 csm_240515_Teich-vorher-JLeidholdt_Wallitz 

Mühlbach Kagar bei Wallitz Foto A. Franz  Defekte Staubauwerke werden aus dem Mühlbach entfernt Foto A. Franz