OPR Landrat Reinhardt droht: Kunstwerk auf Rheinsberger Rathaus soll überstrichen werden

Meldung aus Rheinsberg
Rheinsberger Rathaus - Sicht Kirchstraße (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Rheinsberger Rathaus - Sicht Kirchstraße

Im Oktober 2024 wurde der zweite Bauabschnitt des neuen Rathauses in Rheinsberg feierlich eröffnet. Die Architektenkammer zeichnete das Gebäude in diesem Jahr als Denkmal des Jahres aus. Beim Tag der offenen Tür und am Tag der Baukultur nutzten mehrere Hundert Besucher die Gelegenheit, das denkmalgerecht sanierte Rathaus zu besichtigen. Die Resonanz war durchweg positiv.

 

Besonderen Anklang fand auch ein Werk an der Außenfassade: Auf der Seite zur Kirchstraße gestaltete eine regionale Künstlerin ein künstlerisches Fries mit Motiven, die unmittelbar mit Rheinsberg verbunden sind. Dieses Wandbild ist inzwischen ein fester Teil des Stadtbildes geworden.

 

Umso überraschender erreichte die Stadtverwaltung am 17. September 2025 ein Schreiben des Landrates Ralf Reinhardt (SPD). Darin kündigte er an, eine Anordnungsverfügung gegen die Stadt Rheinsberg zu erlassen. Das Wandbild solle innerhalb von drei Wochen entfernt werden. Andernfalls will das Landratsamt die Rathausfassade eigenmächtig überstreichen.

 

Als Begründung verweist der Landkreis Ostprignitz-Ruppin auf eine angeblich notwendige denkmalschutzrechtliche Genehmigung, kündigte jedoch gleichzeitig an, dass ein solcher Antrag ohnehin keine Chance auf Genehmigung habe. Ein Vorgehen dieser Art ist bundesweit bislang einzigartig: Ein Landrat, der ankündigt, ein frisch ausgezeichnetes Rathaus übermalen zu lassen und so ein einmaliges Kunstwerk zu zerstören.

 

Gegenüber dem Rathaus, wo die Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Ulrike Liedtke ihr Wahlkreisbüro hat, befindet sich ebenfalls ein Wandbild an der Fassade des Gebäudes.

 

Angesichts der Tatsache, dass die Genehmigung von Bauanträgen mittlerweile bis zu 2 Jahre dauert, verwundert es, dass die Kreisverwaltung in der Lage ist eine Anhörung von 10 Seiten zu schreiben. Es wird dringend angeregt, die Prioritäten zu überprüfen.

 

Wir hätten uns als Stadt Rheinsberg gewünscht, dass Landrat Ralf Reinhardt (SPD) das neue Rathaus selbst besucht und sich vor Ort ein Bild gemacht hätte. Bedauerlich ist auch, dass bis heute kein persönliches Gespräch zwischen dem Landrat Reinhardt und dem Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow zustande gekommen ist. Gesprächsanfragen von Seiten des Bürgermeisters blieben bisher unbeantwortet. Zusätzlich besteht eine Anweisung des Landrates, wonach Absprachen zwischen der Stadt Rheinsberg und anderen Abteilungen der Kreisverwaltung nicht eingehalten werden dürfen. Schriftliche Nachfragen der Stadtverwaltung zu den Hintergründen dieser Anweisung bleiben seit Wochen ohne Antwort.

 

Die Stadt Rheinsberg setzt sich weiterhin dafür ein, dass unser Rathaus mit seiner preisgekrönten Architektur und seiner künstlerisch einmaligen Gestaltung erhalten bleibt.