Bau der Seestraße in Rheinsberg – Gemeinsam für ein schöneres Stadtbild
Mit der Sanierung der Seestraße wurde ein weiteres Stück Rheinsberg behutsam erneuert – auf nur 80 Metern Länge, aber mit großer Wirkung. Die Maßnahme war Teil des städtebaulichen Sanierungsgebiets und wurde mit viel Sorgfalt, Fachwissen und unter schwierigen Bedingungen realisiert.
Herausforderungen und Kosten
Ursprünglich waren deutlich geringere Baukosten geplant. Doch durch die coronabedingte Preisexplosion im Bausektor stiegen die Ausgaben erheblich. Die Realisierungskosten lagen am Ende bei rund 500.000 Euro. Hinzu kamen etwa 100.000 Euro für notwendige Umplanungen sowie für archäologische Untersuchungen. Die gute Nachricht: Dank der Förderung im Sanierungsgebiet konnten rund 80 Prozent dieser Zusatzkosten durch Mittel von Bund und Land aufgefangen werden. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf rund 650.000 Euro.
Komplexe Planung auch unter der Erde
Besonders anspruchsvoll gestaltete sich die Umsetzung der Regenwasserableitung. Für das Bürgerzentrum musste eine Entzinkungsanlage eingebaut werden in einem Straßenkörper, der mit Leitungen und Trägern bereits dicht gefüllt war. Allein ein geeignetes Planungsbüro zu finden, war zu Beginn nicht einfach.
Natur und Denkmalschutz im Einklang
Drei ortsbildprägende Linden konnten trotz ursprünglicher Planungen nicht entfernt werden. Sie gelten aus naturschutzfachlicher und denkmalpflegerischer Sicht als besonders wertvoll und das zu Recht. Ihr Erhalt erforderte einige Anpassungen im Bauablauf, verzögerte jedoch das Gesamtprojekt nicht wesentlich. Auch das Wetter machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung: Trotz aller Hoffnungen auf einen milden Winter musste wegen Frost zeitweise pausiert werden.
Geschichte freigelegt
Die Seestraße liegt im historischen Herzen Rheinsbergs und das machte sich während der Bauarbeiten bemerkbar. Die vorgeschriebene archäologische Begleitung brachte beeindruckende Funde ans Licht: Ein sogenannter Guter Pfennig aus dem Jahr 1782 wurde zwischen altem Pflaster und Asphalt entdeckt. Dies bestätigt, dass die Straße schon kurz nach dem Stadtbrand von 1740 angelegt wurde und über zwei Jahrhunderte gehalten hat.
Noch tiefer kamen Spuren des alten Rheinsberg zum Vorschein: Eine mittelalterliche Pflasterstraße, Reste abgebrannter Fundamente, ein slawischer Dolch in einer kunstvoll geschnitzten Scheide und sogar eine vergrabene Kuh. Ein eindrucksvolles Zeugnis der langen Stadtgeschichte.
Mehr Komfort für alle
Der neue Straßenabschnitt setzt Maßstäbe. Mit barrierefreien Übergängen an beiden Enden, einem glatten Kopfsteinpflaster für die Fahrbahn und einem rutschfesten Granit-Band für den Gehweg ist die Seestraße nun deutlich komfortabler, auch für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen. Der Zugang zum Bürgerzentrum wurde ebenfalls barrierefrei gestaltet.
Ein gelungener Abschnitt
Trotz aller Herausforderungen wurde die Maßnahme erfolgreich abgeschlossen mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Die Seestraße verbindet heute moderne Infrastruktur mit Respekt für Natur, Geschichte und die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger. Ein gelungenes Gemeinschaftsprojekt für ein lebenswertes Rheinsberg.