Kopernikus der Geowissenschaften

Alfred Wegener war der universalste Geowissenschaftler seit Alexander von Humboldt. Seine Forschungen zur Meteorologie fassten die ganze Breite einer »Physik der Atmosphäre « zusammen. Dazu gehörten Mechanik, Thermodynamik, Strahlung, Optik, Akustik und Elektrizität. Seit 1911 erschien in mehreren Auflagen sein meteorologisches Lehrbuch »Thermodynamik der Atmosphäre«. Seine Bedeutung als Geophysiker basiert auf seinem Buch »Die Entstehung der Kontinente und Ozeane« (1915). Insbesondere von akademischen Geologen wurden seine Thesen der Kontinentalverschiebung zunächst als »Geopoesie« abgelehnt und bekämpft.

Wegener arbeitete zeitlebens an deren weiterer Ausgestaltung und Beweisführung. Dennoch blieb die Idee bis in die 1950er Jahre umstritten – zumal es nicht gelang, die Ursachen aufzuzeigen. Erst meereskundliche Expeditionen konnten um 1960 am Boden des Atlantiks mit der »Ozeanbodenspreizung « die Ursache erklären. Unter dem Begriff der Plattentektonik hat sich die Verschiebungstheorie heute durchgesetzt.