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Ortsvorsteherin Martina Dollfuß
Rheinsberger Weg 25 A
16831 Rheinsberg Ortsteil Zechow

Rheinsberg-Zechow

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Zechow 

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16831 Rheinsberg-Zechow

Fläche: 12,8 km²

Zechow ein Runddorf mit Backsteinkirche aus dem Jahre 1845.

  • 1422 Die erste namentliche Erwähnung des Dorfes Czechow (slawisch = Ort des Czech) steht in Zusammenhang mit den Raubzügen adliger Raubritter aus dem Mecklenburgischen im Gebiet der Herrschaft Ruppin zwischen 1420 und 1438.
  • 1422-38 Durch Überfälle Stargarder Ritter verloren die Zechower Bauern vor allem größere Mengen Vieh.
  • 1515 Zechow wird in einem Streit des Klosters Lindow mit Achim Bredow auf Rheinhagen um die Köpernitzer Feldmark erwähnt. Der damalige Kurfürst Joachim I erkennt die halbe Feldmark Bredow zu und gibt Zechow, Dollgow und Dierberg das Recht dort zu hüten.
  • 1530 Das Dorf umfaßt 24 Hufen. Zechow unterstand dem Kloster Lindow. (Nach dessen Aufhebung 1541 den Ämtern Lindow bis 1764, Zechlin bis 1846 und Alt Ruppin bis 1872). Das bedeutete für die geplagten Bauern der damaligen Zeit, daß außer den Klosterabgaben auch der Obrigkeit Dienste zu leisten waren, so mußten sie zum Beispiel bei der Ausrichtung der Jagd helfen.
  • 1541 ist das Reformationsjahr des Lindower Klosters. Der Besitz wird vom Staat eingezogen und vom Kurfürsten dann später dem seit 1571 bestehenden Amt Zechlin unterstellt.
  • Damit war Zechow kein Klosterdorf mehr.
  • 1611 wütete im Kreis Ruppin die Pest, die sehr viele Opfer forderte.
  • 1652 nach dem 30jährigen Krieg (1618-1648) sind in Zechow nur noch drei Hüfner und ein Kossät. Es sind Rudolf Peter, Jacob Steinberg, der Krüger Paul Henning und der Kossate Elias Pepernitz. Der Familienname Peter ist noch lange im Dorf vertreten. Das Schulzengericht, zehn Hüfner und zwei Kossäten werden als verwüstet gemeldet. Die gesamte Feldmark war zur Wildnis geworden, Wölfe und anderes Raubgesindel trieben ihr Unwesen. Da war es kein Wunder, daß die Zechower hier fortziehen wollten, um sich in der Nähe von Schulzendorf ihr Zechaw (so schrieb man damals) neu wieder aufzubauen. Das wüste Schulzengericht wurde nach dem Krieg dem Trompeter des Kurfürsten, Georg Stollen übertragen. Die Wiederherstellung des Dorfes nach 1648 ging nur sehr langsam von statten.
  • 1687 lagen zehn Höfe vom Krieg her noch wüst. Viel Sorge machten die Wölfe. Man legte Wolfsgruben an, die der Lindower Abdecker mit Luder versehen mußte, um die Wölfe anzulocken. Auch Treibjagden, bei denen Bürger und Bauern Treiberdienste leisten mußten, wurden veranstaltet.
  • 1703 hatten die Zechower die Folgen des großen Krieges noch nicht überstanden. Die Bevölkerung besteht aus dem Lehnschulzen Laudahn und weiteren drei Besitzern, die insgesamt 18 Töchter und 14 Söhne hatten. Der Name Peter ist wie schon 1652 wieder vorhanden.
  • 1749 wird aus der Gegend eine überaus reichliche Ernte gemeldet, die das Anlegen von Mieten auf dem Feld nötig machte, da die Scheunen nicht ausreichten.
  • 1750 folgte auf diese Freude schon großes Leid: das totale Viehsterben. Eine furchtbare Viehseuche raffte den gesamten Viehbestand aller Dörfer dieser Gegend weg.
  • 1756-63 Während des 7jährigen Krieges zog im September 1758 eine schwedische Armee von 3000 Mann aus der Uckermark nach Rheinsberg. Dabei wurde Zechow geplündert.
  • 1798 Zechow, woran das Prinzl. Amt Rheinsberg auch Anteile hat, ist Filiale von Zühlen.
  • 1843 zählt das Dorf 211 Einwohner. Alle Häuser sind mit Stroh gedeckt, so daß die Feuergefahr groß war. Am 20.Mai 1843 um 16 Uhr entstand auf dem Bauerngut von Herms (heute Dorfstraße 7) aus unbekannter Ursache ein Brand, der das ganze Dorf in nur eineinhalb Stunden in Asche legte. Der damalige Prediger Manowski in Zühlen berichtete darüber folgendes: »Eine furchtbare Feuerbrunst hat gestern gegen Abend, angefacht vom stark wehenden Ostwind, in reißender Schnelligkeit das ganze Filialdorf Zechow mit Kirche und Schule, bis auf drei kleine Büdnerhäuser, die Schmiede und das Spritzenhaus in Asche gelegt. Die in den Gärten und Feldern beschäftigten kräftigen Einwohner vermochten kaum so rasch, als die Flammen, ihre Wohnungen zu erreichen, und mußten um die Ihrigen zu retten, ihre Habe denselben preisgeben. Die Altbesitzerin des Bauernhofes, in welchem das Feuer aufging, ist schwer und mehrere Männer beim Versuch zu retten, bedeutend verletzt. Das wenige, zuerst Gerettete aber wurde später größten Teils doch wieder von den Flammen erreicht, unbrauchbar gemacht und vernichtet. So stehen gegen 200 Unglückliche ohne Obdach, das sie in benachbarten Orten suchen und nehmen mußten, nicht nur der Geräte jeder Art, der Kleidung, Wäsche und Betten, sondern selbst der Lebensmittel für sich wie das Futter für das gerettete Vieh, -denn auch mehrere Haupttätigkeit, Füllen und viel kleines Vieh ist verbrannt, beraubt, wehklagend auf den rauchenden Trümmern.« Der später so bekannte »Vater Laege«, der 1925 verstorbene Kossät und Gemeindvorsteher August Laege, ist nur durch die brave Tat des Bauern Fritz Peter dem sicheren Flammentode entgangen, der das damals acht Monate alte Kind aus dem schon lichterloh brennenden Haus trug. Die große Not des Dorfes fand selbst in der Zeit, wo Brände keine Seltenheit waren, überall teilnehmende Herzen und helfende Hände. Rheinsberg sandte schon am nächsten Tage eine vierspannige Fuhre mit Lebensmitteln und Kleidungsstücken, am 26.Mai nochmals eine zweispannige Fuhre und einige Taler Bargeld. Der Landrat, damals in Wulkuow wohnhaft, erließ zusammen mit dem Prediger einen Aufruf um Unterstützung im Kreise Ruppin. Hunderte von Talern in bar und viele Naturalien wurden gespendet und konnten an die Abgebrannten verteilt werden. Die Abgebrannten waren insgesamt mit 7650 Talern versichert. Der Wiederaufbau des Dorfes begann. Mit Ausnahme der Schule, wurden die Gehöfte an der alten Stelle wieder aufgeführt. Manch einer aber mag sein Bündel geschnürt haben und ist in die Ferne gegangen. Hat doch Zechow die Einwohnerzahl von 211 bisher nie wieder erreicht (außer nach dem 2.Weltkrieg).
  • 1852 Bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts war die Entwicklung der Landwirtschaft durch althergebrachte Einrichtungen noch stark gehemmt. So bestand in Zechow eine Hütungsgemeinschaft für den Lehnschulzen und die Bauern. Gemeinsamer Waldbesitz, gemeinsame Haltung eines Ebers und eines Bullen standen der neuzeitlichen Feldbewirtschaftung oft hindernd im Wege. Der Besitz war zudem oft zerstückelt worden; die Äcker lagen zerstreut in der Feldmark. Oft fehlten sogar die nötigen Zufahrtsstraßen. Wald, Wiese und Acker waren ungleichmäßig verteilt. All diese Mißstände des Mittelalters beseitigte die Separation (Trennung, Flurbereinigung). Sie begann hier 1850 mit der Neuvermessung der gesamten Feldmark, durch den Feldmesser Sander. Ende 1852 war die Neuverteilung beendet und jeder im Besitz des ihm zugeteilten Acker.
  • 1862 wurde die Separation dann durch Unterschrift aller Beteiligten unter den Rezeß beendet. Der Zweck der Separation wird nach dem amtlichen Protokoll wie folgt angegeben: 1. Die Hütungsgemeinschaft auf den beiden Feldmarken Zechow und Rheinshagen aufzuheben, 2. Jedem Interessenten seinem Anteil der gemeinschaftlichen Grundstücke zu gewähren, 3. Den Interessenten ihre Grundstücke in zweckmäßig wirtschaftlicher, möglichst zusammenhängender Lage auszuweisen, 4. Die bäuerlichen Wirte untereinander in Betreff des auf die beiden Feldmarken stehenden Holzes auszugleichen, 5. Der Schulstelle die gesetzliche Dotation (Ausstattung, Zuweisung) anzuweisen. Über die Zeit der beiden Weltkriege ist zu gut wie nichts bekannt. Auf dem Platz der Kirche steht noch ein Kriegerdenkmal des 1.Weltkrieges. Aus dem 2.Weltkrieg sind nur wenige Dokumente erhalten.
  • 1921 Gründung der freiwilligen Feuerwehr Zechow.
  • 1949 In einem Schreiben vom 30.10.1949 an den Rat der Gemeinde Zechow vom Pastor Stobwasser ist folgendes festgehalten: Nach einer Mitteilung der Landesregierung in Potsdam soll die Auseinandersetzung über das Vermögen der früher vereinigten Lehrer und Organistenmutter so erfolgen, daß der Schule Haus, Hof, Stallung und zwei Morgen Land gehören, alles übrige Land der Kirche. Die Kirche hat den Gemeindekirchenrat angewiesen, für die Durchführung dieser Verfügung Sorge zu tragen. »Wir bitten den Rat der Gemeinde, uns einen Vorschlag zu machen, in welcher Weise die Trennung des Ackers erfolgen soll.«
  • 1952 Einweihung eines Sportplatzes mit dem Namen »Platz der Jugend«. Am 1. August wurde in Zechow ein Kulturensembole gegründet. Dazu gehörten unter anderem auch eine Tanzgruppe und eine Laienspielgruppe. 1953 Am 9.Juli erfolgte die Umstellung der Revierförsterei Bergholzhofen von der Gemeinde Heinrichsdorf zur Gemeinde Zechow.
  • 1956 Am 25.August wütete in Zechow der Sturm, dabei wurde ein großer Baum vor dem Haus Dorfstraße 21entwurzelt und begrub das Wohngebäude unter sich.
  • 1958 Feierlichkeiten bei der Ernennung zum »1.sozialistischen Dorf« am 20.Juli im Kreis Ruppin. 1975 Eröffnung der Kiesgrube Zechow auf der Flur 1, Flurstücke 5/1-5/3. Seit 1997 erfolgte in der Kiesgrube, die inzwischen von der Firma »Haniel Baustoff-Industrie Sand- und Kieswerke GmbH« betrieben wurde, aus Bedarfsgründen kein Abbau mehr. Die Zulassungsberechtigung für diese Kiesgrube gilt bis zum 31.12.2020.
  • 1987 wurde die große Traubeneiche (die in den letzten drei Jahren langsam einging) hinter der Kirche gefällt. Verspätete Bodenproben haben leider zu keinem Ergebnis geführt. Vermutet wurde, daß auf Grund parkender, undichter Düngerfahrzeuge chemische Schadstoffe ins Erdreich gelangten.
  • 1990 Am 29.Juni ging ein Schreiben der Bürgermeisterin S.Höfs an den Kreisvorstand der VdgB Neuruppin mit folgendem Inhalt: In der Mitgliederversammlung am 21.06.1990 wurde beschlossen, daß die Organisation der VdgB in Zechow keinen Bestand mehr hat. Die Auflösung erfolgte noch am gleichen Tag. Vorhandene finanzielle Mittel wurden ebenfalls aufgeteilt und ausgezahlt.
  • 1991 wurde das Wasserwerk für die zentrale Trinkwasserversorgung der Gemeinde in Betrieb genommen.
  • 1992 Am 1.August wurde eine öffentlich- rechtliche Vereinbarung über die Bildung eines Amtes aus den Gemeinde: Basdorf, Braunsberg, Dierberg, Dorf Zechlin, Großzerland, Heinrichsdorf, Kager, Kleinzerlang, Linow, Luhme, Schwanow, Wallitz, Zechliner Hütte, Zechow, Zühlen und der Stadt Rheinsberg unterzeichnet. Das Amt führt den Namen »Amt Rheinsberg«.
  • 1993 Mit der seit Dezember wirksamen Kreisgebietsreform wird Zechow in den Landkreis Ostprignitz-Ruppin übernommen. Die Kreisstadt ist Neuruppin.
  • 1994 eröffnete eine zweite Kiesgrube bei Zechow. Herr Hans Joachim Flügge hatte eine Berechtigung zur Kiessandgewinnung, die bis zum 01.06.2007 vom Bergamt Senftenberg genehmigt wurde. Dieses Gebiet befindet sich auf der Flur 1 Flurstück 42. 1995 kaufte Herr Wolfgang Passon die Kiesgrube und betrieb sie bis heute (1998).
  • 1995 wurde von der Gemeinde auf dem Dorfplatz ein neues Buswartehäuschen errichtet.