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Historische Ansicht

Das zur Schlossanlage Rheinsberg gehörende Kavalierhaus wurde um 1738 jenseits des Wassergrabens nach Planungen von Knobelsdorff als einfaches zweigeschossiges Gebäude zur Unterbringung des Dienstpersonals errichtet. Vorher befand sich an der Stelle des Domestikenhauses alter Baumbestand des Schlossgartens. Prinz Heinrich ließ das Gebäude als Kavalierhaus mehrfach erweitern und verändern. Unter der Leitung des Hofintendanten Hennert erfolgte 1774 der Anbau eines Theaterflügels an der westlichen, zum See gelegenen Seite des Kavalierhauses. Symmetrisch zum Theateranbau erhielt das Haus nachfolgend ein stadtseitiges Pendant. Damit war eine großzügige Dreiflügelanlage mit einem dreizehnachsigen Mittelbau geschaffen worden.

In den Jahren 1953 - 1991 wurde die Schlossanlage einschließlich des Kavalierhauses als Diabetikersanatorium genutzt. Der Gebäudebestand wurde zum Teil ohne denkmalpflegerische Begleitung verändert. Die Umnutzung der historischen Innenräume bedeutete vielfache Verluste wertvoller Originalsubstanz. Die Bausubstanz wurde nur notdürftig instandgehalten. Das Schlosstheater, das nach dem Tode Prinz Heinrichs im Jahre 1802 schon nicht mehr als Theater genutzt wurde, wurde 1945 von einer Fliegerbombe getroffen. In den folgenden Jahrzehnten verfiel es immer mehr zur Ruine.

 

Nach 1991 erhielt die neu gegründete Musikakademie Rheinsberg das Kavalierhaus als Domizil. Bald stellte sich heraus, dass das Gebäude den räumlichen Anforderungen nicht genügte. Nach umfangreichen planerischen, bauhistorischen und denkmalpflegerischen Vorarbeiten konnte im Jahre 1997 mit den Bauarbeiten zu einem Veranstaltungszentrum begonnen werden, das der Nutzung durch Musikakademie, Kammeroper und Stadt offen steht.

Das neue Schlosstheater

Am 5. Dezember 1997 war die Grundsteinlegung für das neue Schlosstheater und ein Künstlerhaus. Das Veranstaltungszentrum wurde aus einem Fördermix, der innerhalb der brandenburgischen Landesregierung abgestimmt war, finanziert. Die Mittel in Höhe von rund 23 Millionen DM kamen aus dem Strukturfonds der EU und aus dem Investitionsförderungsgesetz Aufbau Ost. Träger des Bauvorhabens war die Stadt Rheinsberg, als Bauherr durch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg vertreten.

Ab Januar 2000 konnten die ersten Veranstaltungen stattfinden. Das Künstlerhaus umfasst mehrere Funktionsbereiche: Musikprobenräume für Gruppen- und Soloproben, Betreuungsräume mit einer Kantine und diverse Nebenräume. Vorhanden sind ein Orchesterprobenraum, 2 Gruppenprobenräume und 43 Soloprobenräume, wobei die Soloprobenräume auch für Übernachtungen eingerichtet sind. Im Untergeschoß des Gebäudes steht eine Küchenanlage mit Speiseraum zur Verfügung. Das Veranstaltungszentrum ist damit auf die zeitweilige Unterbringung der Teihehmer von mehrtägigen Veranstaltungen und Kursen eingerichtet. Im Künstlerhaus befindet sich ein Tonstudio, das zugleich eine funktionelle Ergänzung des Theaters ist.